Migrationsindex (MI) nach Reimers

Der Migrationsindex nach Reimers (1980) ist ein Maß für die Überdachung des knöchernen Hüftkopfes. Er ist ein reliables und reproduzierbares Instrument (Miller et al., 1995; Faraj et al., 2004) mit einer geringen inter- und intrarater Variabilität (Parrott et al., 2002) und gilt bei der Beurteilung des Luxationgrades der Hüfte als das Screening Verfahren der Wahl (Hägglund et al., 2005).

Migrationsindex nach Reimers: MI = A/B x 100

Anhand des MI lässt sich die Hüfte in verschiedene Luxationsgrade einteilen. Bei einem MI > 30% gilt die Hüfte als subluxiert, ab einem MI > 50% als luxiert. Aus dieser Einteilung ergeben sich für die Patienten therapeutische Konsequenzen (Heinen et al., 2006).

In Anlehnung an die Risikoeinteilung des MI in der aktuellen Literatur wurde folgende Einteilung gewählt:

MI: < 25% : bei GMFCS < III oder Ashworth-Skala < 3 besteht eine niedrige Risikokonstellation, in der die konservativen Maßnahmen geprüft werden und eine jährliche Röntgenkontrolle der Hüfte empfohlen wird. Bei einem GMFCS ≥ III oder Ashworth-Skala ≥ 3 besteht eine Risikokonstellation (s.u.). Ausnahmen dieser Empfehlung bilden die ataktische CP sowie die Hemiparese.

MI: 25-40% : Risikokonstellation, ggf. halbjährlich Hüftröntgen, OP-Indikation prüfen, Intensivierung der konservativen Maßnahmen

MI: > 40% : Hochrisikokonstellation mit OP-Indikation, in Ausnahmefällen Fortführen der konservativen Therapie.


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Migrationsindex nach Reimers: MI = A/B x 100