Therapie

Therapie der Cerebralparese (CP) allgemein

Entsprechend der Vielzahl von Symptomen, die bei der Gruppe von Krankheitsbildern mit Cerebralparese auftreten können, ist die Therapie der Cerebralparese sehr komplex. Sie benötigt ein multidisziplinäres Team aus Physiotherapeuten, Ärzten (Neuropädiater, Orthopäden, Neurochirurgen), Heilpädagogen und Kinder- und Jugendpsychologen sowie Logopäden in Abhängigkeit der jeweiligen Symptomatik. Ob die Vielzahl der zu besprechenden Probleme eines Patienten in einem einzigen Vorstellungstermin hinreichen besprochen werden kann, sei dahingestellt und man benötigt bei einem Teil der Patienten verschiedene ambulante Vorstellungstermine mit zuvor definierten Schwerpunkten.Es wird nicht gelingen, im Rahmen eines einzigen Termins die differenzierte Evaluation der Bewegungsstörung und deren Therapie, ebenso wie eine evtl. vorhandene Shuntproblematik und eine Epilepsieeinstellung zu besprechen, auch wenn die entsprechende Expertise innerhalb des Behandlungsteams vorliegt. Auch wenn die interdisziplinäre Koordination dieser Termine innerhalb einer Ambulanz für einen Patienten große Vorteile birgt, sind Termine mit alternierendem Schwerpunkt (z.B. Epilepsie, Bewegungsstörung, Shunt) unabdingbar ( Panteliadis und Strassburg 2004). Im Folgenden soll nur die Therapie der Bewegungsstörung besprochen werden. Für die tägliche Praxis hat sich in Anlehnung an die ICF Klassifikation der WHO (International Classification of Function and Disability) eine Orientierung der Therapieplanung an den drei Grundprinzipien (1) der Verminderung des Muskeltonus (Tonusreduktion), (2) der Verbesserung der Funktion (funktionelle Verbesserung) und (3) der Verhinderung von Versteifungen der Gelenke (Kontrakturprophylaxe) bewährt. Die Therapie eines jeden Patienten mit Cerebralparese sollte unter diesen drei Aspekten optimiert werden. In der modernen Therapie der Cerebralparese stellt die Tonusreduktion eine Domäne der interventionellen Pharmakotherapie dar. Die Diskussion, inwiefern eine Tonusreduktion per se ein Therapieziel darstellt, wird gerne ad extenso geführt und hier bewusst verkürzt. Dass eine therapeutische Tonusreduktion nicht zu einer funktionellen Verschlechterung führen sollte ist selbstredend, dass sie aber von Patienten als positiv erlebt wird – auch ohne unmittelbaren funktionellen Gewinn – ist eine häufige Rückmeldung in der täglichen Praxis.

In den Unterpunkten der Navigation finden Sie verschiedene mögliche Bestandteile der Therapie der Cerebralparese.